R. Törley Mária
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Ich bin eine figurale Bildhauerin.

Man sagt, meine Stärke läge in meiner Expressivität. Ich arbeite mit elementarer Kraft, emotional und schnell. Am meisten interessiert mich die Vollkommenheit des Lebens und innerhalb dessen der Mensch. Der große Held, der heilige, der schuldige, der alltägliche, der leidende, der einsame und der glückliche Mensch. Ich erforsche, was in ihm gut und was schlecht ist. Warum wurde er so, wie er ist?

"Es gibt viel Wunderbares auf der Welt, aber nichts ist wunderbarerer, als der Mensch."

Ich mag Portraits anfertigen. - Zuerst muss ich den auserwählten Menschen näher kennenlernen, die wesentlichen Komponenten seiner Persönlichkeit erfühlen. Gleich, ob es sich um einen lebenden oder einen verstorbenen Menschen handelt, ich versuche über ihn alles Mögliche zu erfahren, denn nur dann kann ich seine Persönlichkeit zu einer Skulptur verdichten, nur dann entsteht der Zauber. Bei der Konzipierung des Portraits eines schonen jungen Menschen oder eines empfindsamen, großen Künstlers beziehungsweise eines Monuments zur Erinnerung an eine große Persönlichkeit der Geschichte muss immer das Individuelle des Menschen ertastet werden, damit hinter den Formen der Mensch hörbar wird. Bei einem Künstlern sind seine Werke zu erforschen, bei historischen Persönlichkeiten hingegen ist es die Epoche, in der er lebte. Wenn ich genug gelesen und gehört habe, fügt sich das Bild auf einmal zusammen. Ich muss darauf warten, dass ich in mir selbst, in meinem Inneren fühle, dass es mir gehört, dass ich es machen kann. Danach geht die Arbeit schnell vonstatten.

Auch meine Musikinstrumentenfiguren humanisiere ich. Meine Instrumente mit Männer- und Frauenköpfen tanzen füreinander, machen einander den Hof. Ich spiele im Reich der Musik. Ich genieße den Humor und die Späße. Dabei versuche ich mich in der plastischen Formulierung von Musik, übertrage die Noten zu einer räumlichen Zeichnung. Wasser ist die Quelle des Lebens. Das Wasser erfüllt die Figuren mit erotischem Zauber, wie es an ihnen herunterläuft, auch deshalb fertige ich gern Zierbrunnen an. Nach großangelegten, ernsthaften Arbeiten tut es gut zu spielen. Einen der bedeutendsten Bögen meines Schaffens stellen meine Plastiken sakraler Thematik dar. Es sind die Offenbarungen meines Glaubens. Vielleicht habe ich deshalb in der sakralen Kunst Erfolg. Schwer zu beurteilen ist das richtige Verhältnis zwischen Sinn und Gefühl, damit das Werk weder zu kühl noch zu rührselig wird. Sakrale Kunstwerke erfüllen eine Mission: sie müssen eine Beziehung zwischen Himmel und Erde schaffen, um das Universum zu erreichen, es berühren zu können. Es bedeutet eine große Herausforderung und Verantwortung, den Spuren der großen Künstlern zweier Jahrtausende zu folgen, mit ihnen zu wetteifern. Doch ich liebe Herausforderungen ebenso, wie ich das Leben und auch die Menschen liebe. Ich bemühe mich aufzuzeigen, warum es sich lohnt zu leben, was es sich lohnt wahrzunehmen. Zu Beginn des dritten Jahrtausends hat es den Anschein, dass die Ordnung, das Maß aus dem Gleichgewicht gekommen ist. Ich mochte die Werte bewahren, das Hässliche durch Schönes, die Verzerrung durch Unversehrtheit, das Grimmige durch Verspieltheit, die vernichtenden Emotionen durch schöpferischen Elan ausgleichen; statt Unfrieden Ruhe, statt Hass Liebe, statt Zukunftsangst Vertrauen in Gott vermitteln.